Liebster Award

Der »Liebster Award« geistert schon eine ganze Weile in immer mal etwas anderer Form durch die Blogs und hat es sogar in andere Sprachen geschafft. Nun bin ich selbst nominiert worden, und das, wo ich mittlerweile doch kaum noch dazu komme, sinnvolles gebloggtes von mir zu geben. Nico von Nicorola nominierte mich für dem Liebster Award und ich fühle mich sehr geehrt, denn immerhin war seins eins der ersten Blogs, die ich regelmäßig gelesen habe und immer noch gern lese und auch einer der Gründe für viele Lieblingsbands in meinem Leben. Ich nehme die Nominierung natürlich gern an und beantworte seine 11 Fragen. Im Anschluss bin ich selbst an der Reihe, tolle Blogs zu nominieren und 11 eigene Fragen aufzustellen. Aber eins nach dem anderen!

Nicos Fragen an mich

Dein Start in die Welt der Musik: Vinyl, Kassettenrekorder, Radio, CD-Player, MP3?

Angefangen hat bei mir als Kind der 80er natürlich alles mit dem Kassettenrecorder. Ich saß damals stundenlang am Radio, nur um rechtzeitig nach Ansage des DJs den Record-Button zu drücken, um Songs, die ich mochte, möglichst vollständig auf Kassette zu bannen. Glücklicherweise wurde damals im Radio auch des öfteren noch gute Musik gespielt. Leider entwickelte ich dann nach und nach erst mal einen eher grausigen Geschmack mit Modern Talking und später auch DJ Bobo, bis ich dann in der zweiten Hälfte der 90er, längst bei einem guten Discman angekommen, zu Musik abseits der Charts wechselte und nur noch mit Grauen zurückblicke. Vinyl habe ich irgendwie komplett übersprungen und bisher für mich auch nie als Liebhaber-Ding entdeckt. Dazu fehlt mir leider einfach Zeit und Geld, um wirklich bewusst Schallplatten zu hören. Vielleicht entgeht mir so ein besonderes intensives Hörerlebnis, aber man muss halt Kompromisse im Alltag mit Frau und „besonderem“ Kind eingehen.

Kannst du dich eigentlich noch daran erinnern, wie du mit deinem Blog angefangen hast?

Eine eigene Website wollte ich an sich schon etwa seit der Jahrtausendwende aufziehen und hatte auch den einen oder anderen Versuch gestartet und immer wieder verworfen, als sich meine Kenntnisse in HTML, CSS und später PHP verbesserten. So wirklich komfortabel waren die eigenen Seiten aber nie. Mein erstes Blog startete ich dann aus einer Laune heraus, nachdem ich mich 2006 von meiner Ex-Frau trennte und irgendwie nach frischem Wind im Web suchte. Da kam die in Deutschland gerade aufblühende Blog-Landschaft gerade richtig und ich startete erst auf Blogger.de, wo meine Schandtaten sogar immer noch online sind. Irgendwann wechselte ich dann zur eigenen Domain mit WordPress-Unterbau, wechselte diese seitdem auch noch zwei Mal und stehe seither mit dem nun auch schon seit mehr als zwei Jahren laufenden Knarzwerk immer noch ein wenig am Neuanfang, denn zwischendurch kamen einfach mal Frau und Kind und immer weniger Zeit dazwischen. Missen will ich das Bloggen aber keinesfalls, auch wenn die Postingfrequenz sicher manchmal doch etwas größer sein könnte, als die Zeit es zulässt.

Wie sieht dein Setting aus? (Computer? Kopfhörer? Smartphone?)

Da ich versuche, den Musikkomsum möglichst gut auf die wenige dafür freie Zeit zu verteilen und zudem fast komplett zum Streamen übergegangen bin, hat sich bei mir hauptsächlich mein Smartphone als Player der Wahl durchgesetzt. Per Kabel oder Bluetooth wird das Ding entweder an ordentliche Kopfhörer, das Autoradio oder auch mal eine kleine Box oder mal die Stereoanlage zu hause angestöpselt. In Namen sind das zum Einen mein Google Nexus 4 als Spotify-Client, co:caine Sound Clash-Kopfhörer, eine alte, aber immer noch gute Pioneer-Anlage mit Canton-Boxen, das Werksradio in meinem Citroen via Line-In und ein NoName-Bluetooth-Speaker für 10€. Also nix wirklich dolles, da ich mir aber nur selten Zeit für reines Musikhören nehmen kann, reicht mir das Setting aus.

Deine Vorlieben: Vinyl, CDs, MP3, Streaming?

Wie schon angedeutet, streame ich fast ausschließlich mit ein paar eingestreuten MP3s von Alben, die es bei Spotify nicht gibt. Wirklich geliebte Alben kaufe ich mir wenn es der Geldbeutel zulässt auch weiterhin, um die Künstler zu unterstützen, in letzter Zeit hat sich das aber vor allem auf die kleinen Indie-Bands beschränkt, deren Alben ich auf Bandcamp oder direkt bei der Band erstehen konnte. Ich habe aber auch kein schlechtes Gefühl dabei, fast nur zu streamen und weder das angeblich unerreichte Klangerlebnis von Vinyl erlebe, noch die Angst der großen Bands vor schwindenden Einnahmen mangels Albumkäufen zu sehr an mich heran lasse. Für mich ist es halt einfach die Realität, dass ich zum Einen ein Musikjunkie bin und immer neue Klänge, Songs und Hörerlebnisse suche, mir aber leider auch einfach nicht leisten kann, alles das zu kaufen, was ich höre. Da ist ein Spotify-Premium-Abo in meinen Augen einfach mal der beste Kompromiss.

Was hörst du am liebsten?

Das ist schwer zu beantworten, denn das wechselt eigentlich ständig. Es gibt bei mir an sich nur ein »Mag ich«, »muss ich nicht wegrennen, wenn es läuft« und »kann ich absolut nicht ausstehen«. In der Kategorie »Mag ich« kann ich sicher auch noch Abstufungen machen, aber kaum auf wenige kleine Genres oder Bands einschränken. Generell kann man aber sagen, dass vor allem Songs als Favoriten hängen bleiben, die irgendwie ungewöhnlich klingen, mich überraschen können, Dinge leicht anders machen als andere. Dabei sollte aber schon eine gewisse Melodie und Rhythmus-Struktur vorhanden sein, denn zu Avantgarde ist mir einfach auch zu anstrengend. Oft mag ich aber auch einfach den grad angesagten, fluffigen Indie-Rock-Song der neuesten Hype-Band. Hauptsache die Abwechslung stimmt!

Wo hörst du am liebsten?

Am intensivsten und aufmerksamsten kann ich meist nur im Auto hören, wenn ich allein irgendwo hin unterwegs bin. Seit ich im Sommer so nah an meine Arbeitsstelle gezogen bin, dass ich meist mit der Rad fahre und auch mit dem Auto nur noch maximal 5 Minuten unterwegs bin, ist daraus eine sehr seltene Angelegenheit geworden. Nebenbei höre ich zwar immer, wenn es möglich ist, wirklich am liebsten aber weiterhin im Auto, wenn ich mich auch auf die Musik konzentrieren kann.

Welche Platte hörst du gerade?

Derzeit sind dass alle möglichen Alben aus diesem Jahr, denen ich noch zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt habe, in der Hoffnung, dieses Jahr auch wieder eine Jahres-Bestenliste zusammenstellen und bloggen zu können. Gerade in diesem Moment höre ich »Seeds« von TV On The Radio und schwanke immer noch zwischen »Braucht noch etwas Zeit« und »enttäuschende Platte«…

Was nervt dich an der Musikindustrie?

Im Grunde nervt mich allein schon, dass man von Musikindustrie spricht. Eine Industrie ist auf möglichst hohe Umsätze aus und versucht, seine Güter mit möglichst effizienten Methoden zu produzieren. Allein daraus lässt sich an sich schon ableiten, was alles so schief läuft in unserer Musikwelt. Wo bleibt da dann noch die Kunst? Musik ist ein Produkt, das sich möglichst massenweise verkaufen lassen soll, die eigentlichen Künstler sind oftmals nur noch einfache Arbeiter, die eben dieses Produkt herstellen und einen kleinen Teil des Umsatzes abbekommen. Zum Glück gibt es heute aber das Internet und immer mehr Möglichkeiten für die Künstler wieder genau das zu sein, und nicht nur unter der großen Plattenfirma malochen zu müssen. Gerade im Indie-Bereich tut sich da in den letzten Jahren eine Menge und die Künstler holen sich die Zügel zurück in die eigenen Hände. Von daher bin ich an der Stelle ganz optimistisch. Und was in den Charts passiert, kann mir eh egal sein. Das darf ruhig industriell produzierter Müll bleiben, ich muss es mir ja nicht anhören und schaffe es in den letzten Jahren auch erfolgreich, der Charts-Beschallung zu entgehen. Ich habe keine Ahnung, was in den letzten 10 Jahren so in den Charts los war, wie die „angesagten“ Bands und Stars heißen oder wie die neuesten Trends klingen und fühle mich pudelwohl damit!

Welche anderen Blogs liest du?

Da gibt es so einige, zu viele um sie alle aufzuzählen. Dank Feedly schaffe ich es immerhin auch relativ gut, täglich alles zu überfliegen und die wirklich interessanten Artikel dann auch zu lesen. Einige der dabei am häufigsten hängen bleibenden, die ich aber nicht schon öfters mal genannt habe, sind folgende[1]:

  • Art Of The Title Sequence (Blog über besondere Titelsequenzen in Filmen und Serien)
  • PornBurger (handgemachte Gourmet-Burger fernab von McDonalds und co. Oft mit einem Popkultur-Bezug)
  • Tonight is gonna be a large one. (Bullion schreibt über seine Filmleidenschaft und anderes)
  • What If? (Hier versucht der XKCD-Macher verrückte Fragen wie »Was wäre, wenn die Erde so schnell rotieren würde, dass ein Tag nur eine Sekunde dauert?« oder »Was wäre, wenn ein Regenschauer seine Wassermenge in nur einem riesigen Tropfen fallen lassen würde?« mit wissenschaftlichen Mitteln zu beantworten – absolut genial!)
  • Zeitzeugin (Guddy schreibt über Rollenspiele, Comics und anderes Nerdiges)

Wie entscheidest du, welche Themen auf deinem Blog landen?

In der Regel gilt, wenn es mir Spaß bringt und ich es mit anderen teilen will, dann wird’s gebloggt. Einfache Video-Fünde und so landen aus Zeitmangel auch hin und wieder einfach mal nur bei Facebook, wenn ich aber tolle mir vorher unbekannte Bands entdecke, einen Film gesehen oder Comic gelesen habe, der mich absolut begeistern konnte, und zudem noch genügend Zeit finde, um etwas zu schreiben, dann landet das im Blog. Zwar dreht es sich größtenteils um Musik, theoretisch gibt es aber auch kaum Themen, die hier nicht auch auftauchen könnten, vielleicht abgesehen von Beauty-Tipps oder sowas.

Deine andere große Leidenschaft neben der Musik?

Da gibt es auf der einen Seite natürlich seit mittlerweile 13,5 Monaten meine Tochter, die ich für nichts in der Welt wieder hergeben wollen würde. Dank ihres Down Syndroms bedeutet das aber auch, dass sogar noch weniger Zeit für andere Dinge bleibt, als bei einem Kind ohne Behinderung. Wenn ich es denn aber schaffe, gehört meine Freizeit neben der Musik noch Filmen und Serien und Comics aller Art. Glücklicherweise lässt sich das alles auch ganz gut vereinbaren.

Meine Nominierungen und Fragen

Die Regeln besagen, dass man 5 bis 11 weitere Blogs mit »weniger als 1000 Followern« nominieren soll. Da ich nur schwer sagen kann, wie viele Leser andere Blogs denn nun so haben, es sei denn es sind so bekannte, dass sie ganz klar über 1000 Leser haben, werde ich es einfach mal auf gut Glück versuchen und unabhängig davon einige von mir sehr gern gelesene Blogs nominieren, die unabhängig von der Zahl der aktuellen Leser sicher noch einige mehr verdient haben:

Hier sind meine 11 Fragen an euch, die ich aufgrund der thematisch etwas größeren Bandbreite meiner Nominierungen etwas allgemeiner gewählt habe:

  1. Wie bist du zum Bloggen gekommen?
  2. Worüber würdest du nie auf deinem Blog schreiben?
  3. Hast du durch dein Blog schon besondere Dinge erlebt, die ohne es vermutlich nie passiert wären?
  4. Für wen bloggst du?
  5. Was hat dich 2014 am meisten bewegt?
  6. Die obligatorische Inselfrage: Wenn du genau fünf Dinge auf eine einsame, aber mit Strom und Multimedia-Abspielgeräten ausgestattete Insel mitnehmen dürftest, was würdest du einpacken?
  7. Wenn du entscheiden dürftest, welches Buch, Spiel oder anderes Medium verfilmt werden soll, welches würdest du wählen und wer sollte die Hauptrollen spielen?
  8. Wie muss ein Tag für dich beginnen, damit du ihn genießen kannst?
  9. Wenn du mit einer fiktiven oder realen, lebenden oder toten Person ein Bier/Kaffee/Tee/sonstwas trinken und gemütlich quatschen könntest, wen würdest du wählen?
  10. Was darf in deinem Kühlschrank nicht fehlen?
  11. Digital oder analog? Sprich: Hast du deine Filme, Musik, Bücher lieber in physischer Form zum Anfassen oder reicht digital auf der Festplatte?

Die Award-Regeln

  1. Danke der Person, die dich für den Liebster Award nominiert hat und verlinke ihren Blog in deinem Artikel.
  2. Beantworte die 11 Fragen, die dir der Blogger, der dich nominiert hat, stellt.
  3. Nominiere 5 bis 11 weitere Blogger für den Liebster Award, die bisher weniger als 1.000 Follower haben.
  4. Stelle eine neue Liste mit 11 Fragen für deine nominierten Blogger zusammen.
  5. Schreibe diese Regeln in deinen Liebster Award-Blog-Artikel.
  6. Informiere deine nominierten Blogger über den Blog-Artikel.

Ich bin gespannt auf eure Beiträge. Natürlich darf sich auch gern jeder andere meine Fragen greifen. Ein kleiner Hinweis wäre toll, denn ich würde natürlich auch gern eure Antworten mitbekommen!

  1. Was nicht heißt, dass ich die anderen nicht lese oder nicht zu schätzen weiß! []
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