Brian Azzarello – Spaceman

Brian Azzarello – Spaceman

Okee, winds be hit­tin one-six-oh. It’s a sui­ci­de mis­si­on. Rock, paper, scis­sors…

In einer dys­to­pi­schen Zukunft zwi­schen Medi­en­wahn und zer­stör­ten Städ­ten lebt der grob­schläch­ti­ge, aber gut­mü­ti­ge, ehe­ma­li­ge gene­tisch für den Mars gezüch­te­te Astro­naut Orson von dem, was er in den Rui­nen der Städ­te so fin­det. Sein Leben gerät durch­ein­an­der, als er in die Ent­füh­rung eines pro­mi­nen­ten Mäd­chens ver­wi­ckelt wird.

Bri­an Azza­rel­lo und Zeich­ner Edu­ar­do Ris­so hat­ten bereits eine zehn­jäh­ri­ge Zusam­men­ar­beit für die hoch gelob­te Seri­en »100 Bul­lets« hin­ter sich, bevor sie sich an die um eini­ges klei­ner ange­leg­te Mini­se­rie »Spa­ce­man« wag­ten. The­ma­tisch aus einer ganz ande­ren Ecke kom­mend, kann das neue Werk aber min­des­tens genau so über­zeu­gen.

Was den Comic neben sei­nen tol­len Bil­dern vor allem aus­zeich­net, ist die völ­lig eige­ne Spra­che und Kul­tur, die sich in die­ser fast post-apo­ka­lyp­ti­schen Zukunft ent­wi­ckelt hat. Man braucht ein wenig, um in den Slang der Prot­ago­nis­ten hin­ein­zu­kom­men, wird dann aber gera­de dadurch tief ins Gesche­hen hin­ein gezo­gen.

Die gesell­schafts­kri­ti­sche Sto­ry um Medi­en­aus­beu­tung und Mensch­lich­keit in Extrem­si­tua­tio­nen wird wun­der­bar aus ver­schie­de­nen Per­spek­ti­ven und auch mit Flash­backs aus Orsons Zeit auf dem Mars erzählt. Lei­der bleibt sie dabei nicht immer leicht ver­folg­bar, was sich aber ver­schmer­zen lässt, denn davon abge­se­hen ist »Spa­ce­man« ein wun­der­bar tief­grün­di­ger Comic, der aber auch die Span­nung und Action nicht zu kurz kom­men lässt.

Comic­Vi­ne Good­reads
geschrieben von Alex
Netzbürger mit mindestens einem Ohr in der Musik, einem Auge im Film und einer Hand an der Maus. Familie, Arbeit und Bloggen herumjonglierend und Spaß dabei!