Die (fast) besten und enttäuschendsten Alben des Jahres 2014

Ich hof­fe, ihr habt euch alle von den Weih­nachts­fei­er­lich­kei­ten und dem Essens­ko­ma erholt, so dass ihr euch voll­ends auf das neue Jahr stür­zen könnt. Wie jedes Jahr ist der Wech­sel ins Neue aber natür­lich auch wie­der Rück­blicks­zeit. Wie letz­tens schon mal kurz ange­deu­tet, habe ich die­ses Jahr aber doch alles ein wenig anders auf­ge­baut. Statt der bis­her übli­chen Top 30 wird es die­ses Mal nur eine Top 10 der bes­ten Alben geben, denn es fiel mir schon immer schwer, eine wirk­lich sin­ni­ge Rei­hen­fol­ge auf den fol­gen­den Plät­zen hin­zu­be­kom­men. Da ich aber natür­lich trotz­dem gern ein paar Wor­te zu den Alben ver­lie­ren will, die mich die­ses Jahr beson­ders beschäf­tigt haben, gibt es dies­mal kurz auf­ge­lis­tet sowohl die von mir zwar heiß erwar­te­ten, aber lei­der sehr ent­täu­schen­den Alben, als auch alle, die ich die­ses Jahr wirk­lich gern gehört habe, auch wenn sie nicht ganz den Weg in die Top 10 schaf­fen konn­ten. Die eigent­li­chen Top 10 fol­gen dann im neu­en Jahr!

Enttäuschungen

Die fol­gen­den sechs Alben habe ich im Lau­fe des Jah­res sehn­lichst erwar­tet, wur­de dann aber ziem­lich ent­täuscht. Die Kri­ti­ker schei­nen das für mich teils unver­ständ­li­cher­wei­se ziem­lich anders zu sehen, wo doch bis auf Red Snap­per und The Glitch Mob alle übri­gen einen der obers­ten Plät­ze auf vie­len Bes­ten­lis­ten ein­neh­men.

  • The Glitch Mob – Love Death Immor­ta­li­ty
    Zu The Glitch Mob kam ich erst, nach­dem der Hype um ihr Debut ver­flo­gen war, ihre Musik sog mich aber in ihren Bann. Als dann mit dem tol­len »Can’t Kill Us« der ers­te Teaser zum neu­en Album auf­tauch­te, war ich wie­der Feu­er und Flam­me. Lei­der blieb das eigent­li­che Album aber eine ein­zi­ge Ent­täu­schung. Gera­de mal 2–3 gute Stü­cke wech­seln sich mit mas­sen­haft Charts­an­bie­de­rung von der Stan­ge ab. Sehr scha­de!
  • Aphex Twin – Syro
    Als alter Aphex Twin Fan der 90er war ich natür­lich auch gespannt, was der gute Mann nach so lan­ger Zeit so aus der Tasche zau­bert. Lei­der will der Fun­ke abso­lut nicht über­sprin­gen. Syro klingt viel zu gene­risch und lei­der kaum noch nach dem Richard D. James von damals.
  • Cari­bou – Our Love
    Gene­risch ist ein gutes Stich­wort, denn das trifft auch auf das neu­es­te Werk von Cari­bou zu, das mit sei­nen mono­to­nen Songs mei­len­weit hin­ter den letz­ten bei­den Meis­ter­wer­ken zurück bleibt.
  • Jack White – Laza­ret­to
    So wirk­lich von Ent­täu­schung kann ich hier an sich gar nicht spre­chen, denn schon sein ers­tes Solo­werk nach den White Stri­pes fiel mit grau­sig schmal­zi­gem Coun­try-Kram auf. Immer­hin sind die guten Songs auf Laza­ret­to auch wirk­lich super, dum­mer­wei­se wech­seln sie sich halt mit viel zu viel Schmonz ab.
  • Red Snap­per – Hye­na
    Seit Wie­der­ver­ei­ni­gung der Band war­te ich ja irgend­wie noch auf ein Zurück­keh­ren zu alter Stär­ke, aber auch Hye­na kann da nicht wirk­lich was rei­ßen. Die Instru­men­tals klin­gen zu belie­big und kön­nen ein­fach nicht mit­rei­ßen.
  • TV On The Radio – Seeds
    Zwar gehö­ren ein paar der Songs die­ses Albums zu den von mir die­ses Jahr am liebs­ten gehör­ten, dum­mer­wei­se schaf­fen die Jungs es, die­se paar Klas­si­ker mit so viel Lan­ge­wei­le auf­zu­fül­len, dass ich mich fra­ge, ob das wirk­lich die sel­be Band ist.

Tolle Alben

Die fol­gen­den Alben hät­te ich die ver­gan­ge­nen Jah­re ver­sucht, in eine Rei­hen­fol­ge zu brin­gen und mich von denen zu tren­nen, die es doch nicht mehr bis Platz 30 geschafft haben. So wirk­lich zufrie­den war ich mit der Rei­hen­fol­ge meist schon kurz nach dem Schrei­ben nicht mehr. Drum lis­te ich hier ein­fach ohne Rei­hen­fol­ge alle 2014 erschie­ne­nen Alben auf, die ich die­ses Jahr lie­bend gern gehört habe. Eine wirk­li­che Top 10 hat sich aber wie schon gesagt den­noch her­aus kris­tal­li­siert. Dar­auf müsst ihr aber noch etwas war­ten!

  • Bear In Hea­ven – Time Is Over One Day Old
    Zwar mehr vom Glei­chen, aber bei so tol­ler Musik stört das kein biss­chen!
  • Blood Red Shoes – Blood Red Shoes
    Wäh­rend mich die Vor­gän­ger­schei­ben der Band irgend­wie meis­tens ziem­lich kalt lie­ßen, konn­te das selbst­be­ti­tel­te Album mich die­ses Jahr wirk­lich über­zeu­gen. Stu­den­ten­club-Indie vom Bes­ten!
  • Cha­pe­lier Fou – Del­tas
    Den Fran­zo­sen Lou­is Waryn­ski aka Cha­pe­lier Fou[1] ver­fol­ge ich ja schon eine Wei­le und sein mitt­ler­wei­le drit­tes Album schafft erneut die per­fek­te Kom­bi aus span­nen­der Elek­tro­nik und fran­zö­si­scher Ver­schro­ben­heit
  • Clark – Clark
    Nach den ziem­lich ein­gän­gi­gen letz­ten bei­den Schei­ben lie­fert Clark wie­der ver­track­te­res Fut­ter für die Fans der ers­ten Stun­de. Gefällt mir auch sehr gut, wenn­gleich mir der ein­gän­gi­ge Clark noch nen Ticken lie­ber ist.
  • Dami­en Jura­do – Bro­thers And Sis­ters Of The Eter­nal Son
    Bis­her völ­lig an mir vor­bei gegan­gen, kann der Song­wri­ter mit sei­nem mitt­ler­wei­le elf­ten Stu­dio­al­bum end­lich bei mir Fuß fas­sen. Na da hab ich ja genü­gend Fut­ter zur Nach­ent­de­ckung vor mir!
  • Damon Albarn – Ever­y­day Robots
    Auch Solo weiß Albarn zu über­zeu­gen, fast noch mehr als mit all sei­nen Bands bis­her. Es ist schon ein Kunst­stück mit so melan­cho­li­scher Musik ein der­art woh­li­ges Gefühl im Magen zu erzeu­gen.
  • Doc­tor Fla­ke – Acchor­dance
    Chil­li­ger Down­beat geht ja immer und Doc­tor Fla­ke mag dabei zwar nach 90er klin­gen, tol­le Sofa­mu­sik ist es den­noch.
  • Fink – Hard Belie­ver
    Zwar moch­te ich Fink schon immer, wirk­lich inten­siv habe ich sei­ne Alben aber nie gehört. Sein neus­tes Werk hat dies aber mit Wucht geschafft. Ein­dring­lich und schön!
  • Les Claypool’s Duo De Twang – Four Foot Shack
    Ver­trau­te Ver­rückt­hei­ten des genia­len Bas­sis­ten. Dies­mal sind es aus­schließ­lich Cover gewor­den, die das kau­zi­ge Duo zum Bes­ten gibt, zwar zum größ­ten Teil aus dem Archiv von Clay­po­ols ande­ren Pro­jek­ten, Stay­ing Ali­ve ist in die­ser Fas­sung aber auch nicht zu ver­ach­ten!
  • Liars – MESS
    Das letz­te Album der Band, deren Back­ka­ta­log lei­der immer noch auf Ent­de­ckung mei­ner­seits war­tet, hat es noch in mei­ne Top 10 geschafft. MESS ist lei­der nicht ganz so geni­al, toll ist es aber alle Mal!
  • Major Par­kin­son – Twi­light Cine­ma
    Nach dem etwas lah­men zwei­ten Album tre­ten die gelieb­ten kau­zi­gen Ver­rückt­hei­ten auf dem aktu­el­len Kon­zept­al­bum wie­der mehr in den Vor­der­grund.
  • Malac­hai – Bey­ond Ugly
    Ein wür­di­ger Abschied einer Band, die lei­der zu ihrer akti­ven Zeit nie die Auf­merk­sam­keit erlang­te, die sie ver­dient hät­te.
  • Nils Pet­ter Mol­va­er – Switch
    Er wird zwar immer noch an sei­nem genia­len Debut gemes­sen, wirk­lich schlech­ter sind sei­ne Alben seit­her aber auch nie gewor­den. Switch macht da kei­ne Aus­nah­me.
  • Pop­py Ackroyd – Fea­thers
    Ein­gän­gi­ger als der Vor­gän­ger, aber das tut dem Hör­ge­nuss die­ser Kla­vier­kunst­wer­ke kei­nen Abbruch.
  • The Budos Band – Burnt Offe­ring
    Noch eine Band, die ich erst die­ses mit ihrem x-ten Album ken­nen­lern­te. Eine Mischung aus Psy­che­de­lic Rock, Afro-Beat und aller­lei Retro-Charme ist bei mir aber immer gut auf­ge­ho­ben!
  • Vene­ti­an Sna­res – My Love Is A Bull­do­zer
    Die übli­chen Durch­ge­knallt­hei­ten des Drill&Bass-Heroen. Dies­mal wie­der vir­tuo­ser zwi­schen Klas­sik­ver­hack­stü­cke­lung und Elek­tro­nik-Ter­ror umher­wan­dernd als der Vor­gän­ger.
  • Lamb – Back­space Unwind
    Ich hat­te ja nicht gedacht, dass mich ein Lamb-Album doch noch mal wie­der so in sei­nen Bann zie­hen wür­de wie ihre Klas­si­ker aus den 90ern. Dabei spielt die Band auf die­sem Album Musik, die sie im End­ef­fekt damals ver­ab­scheut hät­ten. Den­noch ist das unver­kenn­bar Lamb.
  • Tay­lor McFer­rin – Ear­ly Riser
    Der Sohn von Bob­by McFer­rin hat mit sei­nem Vater, der hier auch einen Gast­auf­tritt absol­viert, zwar die Jazz-Wur­zeln gemein, drückt die­se Roots aber in ganz ande­rer, aller­dings defi­ni­tiv nicht schlech­te­rer Art und Wei­se aus.
  • We Are Shi­ning – Kara
    Ein 2014er Debut, das wie ein in den 90ern über­ar­bei­tes Werk aus den 70ern klingt, ist schon etwas Beson­de­res. Die Musik kann dies bestä­ti­gen.
  • Skal­pel – Tran­sit
    Neun Jah­re hat es gedau­ert, bis die pol­ni­schen Jazz-DJs nach ihrem letz­ten Album erneut in den Archi­ven des pol­ni­schen Jazz-Fun­dus gewühlt haben. Genug Mate­ri­al für erneut tol­le Stü­cke haben sie dabei augen­schein­lich gefun­den.

Knapp an den Top 10 vorbei

Zu guter Letzt hebe ich noch mal drei Alben beson­ders her­vor, denn die­se muss­te ich nur sehr schwe­ren Her­zens aus den Top 10 aus­schlie­ßen, denn dum­mer­wei­se haben so Top 10s halt mal nur zehn mög­li­che Plät­ze.

  • Glass Ani­mals – ZABA
    Ich erwar­te­te ja schon 2013 Gro­ßes von den New­co­mern und ihr Debut-Album hat mich abso­lut nicht ent­täuscht. Wun­der­bar eigen­stän­di­ge Musik, die kaum wirk­lich kate­go­ri­sier­bar ist.
  • St. Vin­cent – St. Vin­cent
    Dass mich St. Vin­cent über­zeu­gen wür­de, stand an sich außer Fra­ge. Bis­her konn­te noch kein Song von ihr nicht bei mir punk­ten.
  • Young Magic – Breat­hing Sta­tu­es
    Zwar nicht ganz so ein­gän­gig wie der Vor­gän­ger, kann das Zweit­werk der New Yor­ker aber den­noch voll und ganz über­zeu­gen, wenn man ihm etwas Zeit und Auf­merk­sam­heit schenkt sei­ne Details zu ent­fal­ten.

Zum Abschluss gibt es noch schnell je einen Song der drei bes­ten Alben die­ser Lis­te, bis es im Janu­ar dann an die Top 10 geht!

Glass Animals – Gooey

Glass Ani­mals – Gooey

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St. Vincent – Digital Witness

St. Vin­cent – Digi­tal Wit­ness

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Young Magic – Fall In

Young Magic »Fall In«

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  1. der fran­zö­si­sche Name des Mad Hat­ter aus Ali­ce im Wun­der­land []
geschrieben von Alex
Netzbürger mit mindestens einem Ohr in der Musik, einem Auge im Film und einer Hand an der Maus. Familie, Arbeit und Bloggen herumjonglierend und Spaß dabei!