Donny Cates/Mark Reznicek – Buzzkill

Donny Cates/Mark Reznicek – Buzzkill

Okay, here goes… My name is Ruben… And I have a pro­blem.

Ruben ist kein typi­scher Teil­neh­mer der anony­men Alko­ho­li­ker. Jah­re­lang war er ein Super­held, jedoch wur­de ihm sei­ne Gabe zum Ver­häng­nis: Sei­ne Kräf­te erlangt er nur durch Alko­hol und ande­re Dro­gen. Nach­dem er ein Dis­as­ter anrich­tet, ver­sucht er end­gül­tig sein Leben auf die Rei­he zu bekom­men, doch lässt ihn sei­ne Ver­gan­gen­heit in Gestalt einer gan­zen Rei­he auf Rache sin­nen­der Schur­ken nicht in Ruhe.

Die Idee eines alko­hol­kran­ken Super­hel­den ist sicher nicht neu, ihn aber sei­ne Kräf­te selbst durch die Ein­nah­me ver­schie­dens­ter Dro­gen erlan­gen zu las­sen, nut­zen Don­ny Cates und Mark Rez­nicek in die­ser vier­tei­li­gen Mini­se­rie zu ihrem Vor­teil und spin­nen eine bis­si­ge, mit zwar nicht unbe­dingt spar­sa­mer gra­fi­scher Gewalt, aber auch viel schwar­zem Humor aus­ge­stat­te­te Moral-Geschich­te. Vier Aus­ga­ben sind ziem­lich knapp bemes­sen, um eine viel­schich­ti­ge Sto­ry zu erzäh­len, Don­ny Cates, der die eigent­li­chen Aus­ga­ben scrip­te­te, schafft es aber, sowohl Cha­rak­ter­tie­fe und -Ent­wick­lung als auch einen span­nen­den Plot hin­ein­zu­stop­fen, ohne gehetzt zu wir­ken.

Die Zeich­nun­gen von Geoff Shaw, der eben­so wie die bei­den Schrei­ber noch ein ziem­lich unbe­schrie­be­nes Blatt ist, sind durch­weg spit­ze. Sein über­zeich­ne­ter, aber den­noch glaub­wür­di­ger Stil passt per­fekt zu dem düs­te­ren Humor der Sto­ry und wird von der Kolo­rie­rung durch Lau­ren Affe per­fekt unter­stützt. Sie ver­zich­te­te wohl­tu­end auf Hoch­glanz-Effek­te und kon­ter­te den teils star­ken Schwarz-Anteil der Zeich­nun­gen mit nuan­cier­ter Farb­ge­bung, die auch Flash­backs mit leich­tem Retro-Charme von der Gegen­wart absetzt.

Eini­ge wirk­lich groß­ar­ti­ge Reviews konn­te die Serie schon ein­heim­sen und ich rei­he mich da gern in die Loben­den ein. Das Ende hät­te für mei­nen Geschmack ein wenig deut­li­cher aus­fal­len kön­nen, aber davon abge­se­hen war ich mehr als ange­tan von die­sem Aus­flug aus mei­nem in letz­ter Zeit etwas ein­sei­ti­gen Kon­sum von Mar­vel-Seri­en[1]. Buzzkill ist im Ori­gi­nal bereits als Tra­de Paper­back zu haben. Ob Dark Hor­se auch eine Über­set­zung ins Deut­sche geplant hat, kann ich lei­der nicht sagen.

  1. was schreibt Jona­than Hick­man der­zeit auch bloß so einen span­nen­den Aven­gers-Plot? []
geschrieben von Alex
Netzbürger mit mindestens einem Ohr in der Musik, einem Auge im Film und einer Hand an der Maus. Familie, Arbeit und Bloggen herumjonglierend und Spaß dabei!