Durchgeknallte Welt der Comics: Brother Power The Geek

Durchgeknallte Welt der Comics: Brother Power The Geek
Selbst in der Welt der Comics, in der schlicht alles mög­lich ist, gibt es immer wie­der Cha­rak­te­re, Sto­rys oder Schau­plät­ze, die dem gan­ze die Kro­ne auf­set­zen, wenn auch oft völ­lig am Main­stream vor­bei und schnell wie­der ver­ges­sen. Um sol­che Din­ge soll es in der durch­ge­knall­ten Welt der Comics (kurz DWC) gehen!

Im Jahr 1968 muss Joe Simon, der schon in der 30ern Comics schrieb, eine ganz spe­zi­el­le Ein­ge­bung gehabt haben. In die­sem Jahr erschuf er Bro­ther Power The Geek, einen Super­hel­den der ganz abge­dreh­ten und auch ziem­lich kurz­le­bi­gen Art, denn die für ihn spe­zi­ell kre­ierte Serie fand schon nach zwei Aus­ga­ben ihr Ende. In die­se ins­ge­samt 55 Sei­ten hat man aber erstaun­lich viel durch­ge­knall­ten Inhalt gepackt bekom­men.

Als DC-Gegen­ent­wurf zu Mar­vels phi­lo­so­phie­ren­den Sil­ver Sur­fer erdach­te Simon eine Schau­fens­ter-Pup­pe in einem ver­las­se­nen Schnei­der­la­den, die nach uner­war­te­ter Ein­klei­dung durch ein paar dort ein­quar­tier­te Hip­pies vom Blitz getrof­fen wur­de und damit in Fran­ken­stein-Manier zum Leben erwach­te. Von den Hip­pies Bro­ther Power getauft und das Spre­chen gelernt, schaff­te er es in sei­ner kur­zen Kar­rie­re als Haupt­fi­gur in einem Comic, sich für den US-Kon­gress zur Wahl auf­zu­stel­len, von einem Zir­kus gekid­nappt zu wer­den und vom bösen Lord Sli­de­ru­le zur Arbeit am Fließ­band gezwun­gen zu wer­den, von wo er floh, sich dabei in einer Rake­te ver­steck­te und vom dama­li­gen Gou­ver­neur Ronald Rea­gan in den Orbit geschos­sen wur­de.

Lei­der war Bro­ther Power trotz brauch­ba­rer Ver­käu­fe bei den DC-Mit­ar­bei­tern nicht gera­de beliebt. Vor allem Mort Wei­sin­ger, sei­nes Zei­chens Super­man-Edi­tor und Hip­pie-Ver­äch­ter sorg­te dafür, dass die Serie schnell wie­der in der Ver­sen­kung ver­schwand. Seit den 90ern tauch­te er immer­hin hier und da mal in ein paar Sto­rys auf. Inter­es­sant ist dabei vor allem eine Kurz­ge­schich­te von Neil Gai­man, in der sei­ne ja selbst für die 60er hane­bü­che­ne Ori­gin-Sto­ry plötz­lich ganz ein­leuch­tend wur­de, denn Gai­man mach­te aus ihm ein­fach einen Ele­men­tar, der sich in Pup­pen, Dum­mys etc. mani­fes­tiert. Den­noch bleibt Bro­ther Power selbst unter DC-Fans eine obsku­re Rand­no­tiz.

geschrieben von Alex
Netzbürger mit mindestens einem Ohr in der Musik, einem Auge im Film und einer Hand an der Maus. Familie, Arbeit und Bloggen herumjonglierend und Spaß dabei!