NVIDIA Shield TV (2017) – erste Eindrücke

NVIDIA Shield TV (2017) - erste Eindrücke

Mich hat’s nun auch erwischt. Ich mei­ne jetzt nicht pri­mär das Android-TV-Fie­ber, son­dern erst mal die Grip­pe, die Deutsch­land grad flä­chen­de­ckend bett­lä­ge­rig macht. Nach­dem ich die ers­ten vier Grip­pe­ta­ge von Sams­tag an fast nix wei­ter machen konn­te als lethar­gisch im Bett zu lie­gen, geht es nun ganz lang­sam wie­der soweit auf­wärts, dass ich die letz­ten Tage mehr vor der Glot­ze ver­brach­te und jetzt auch mal ein wenig am Rech­ner sit­zen kann. Für zwei Din­ge war so aber immer­hin schon mal gut Zeit: End­lich mal alle acht Har­ry-Pot­ter-Fil­me zu sehen und mein neu­es NVIDIA Shield TV zu tes­ten, das in etwa zusam­men mit der Grip­pe hier eintrudelte.

Mich hat­te es ja schon 2015 ein wenig in den Fin­gern gejuckt, als NVIDIA die ers­te Ver­si­on der Android-TV-Box ver­öf­fent­lich­te. So wirk­lich war das für mich damals aber doch nix. Ich hat­te ja mei­nen treu­en Chro­me­cast und der konn­te so ziem­lich alles, was ich woll­te. Nun ist der aber auch lang­sam in die Jah­re gekom­men und hat zwei ent­schei­den­de Nach­tei­le: Ama­zon Prime Video lässt sich damit nicht cas­ten, was jetzt mit zuneh­mend tol­len Eigen­pro­duk­tio­nen von Ama­zon doch lang­sam wirk­lich schön wäre, und der alte Stick kann nicht mit moderns­ten Codecs wie H.265 aka HEVC umge­hen. Als NVIDIA nun recht über­ra­schend und kurz vor Markt­start die Neuaf­la­ge des Shield TV ankün­dig­te und die­se bei­de Fea­tures nebst eini­gen ande­ren tol­len Funk­tio­na­li­tä­ten besit­zen soll­te, war ich Feu­er und Flam­me. Und nun habe ich mir auch so eine Kis­te geleistet!

Neh­men wir gleich mal das Unschö­ne vor­weg: Unter der Hau­be wur­de am Gerät an sich nichts moder­ni­siert, son­dern nur ordent­lich zusam­men­ge­schrumpft, was mir zwar auf mei­nem Fern­seh­schrank ganz gut ent­ge­gen kommt, aber dafür auch gleich mal den MicroSD-Kar­ten-Slot des Erst­lings ver­mis­sen lässt. Da sich per USB der Spei­cher aber auch pro­blem­los erwei­tern lässt, stört mich das nicht wei­ter. Und die Tat­sa­che, dass man für die Neu­auf­la­ge gleich 30 € mehr auf den Tisch legen darf, wäh­rend das ansons­ten ja nicht schwä­che­re und auch mit glei­chem Soft­ware-Update ver­sorg­te Vor­gän­ger-Gerät schon vom Markt genom­men wur­de, ist sicher auch nicht gera­de die kun­den­freund­lichs­te aber schon nach­voll­zieh­ba­re Akti­on von NVIDIA. Ich woll­te den­noch wirk­lich die neue Fas­sung haben, denn an die­ser ist das zuge­hö­ri­ge Game­pad noch mal ordent­lich über­ar­bei­tet worden.

In den ers­ten paar Tagen mit dem Gerät habe ich nun ein paar Aha-Erleb­nis­se gesam­melt, die ich mit euch tei­len will:

  • Ers­ter Schock nach der Lie­fe­rung: Ist das Ding schwer. Nach dem Aus­pa­cken stellt sich aber her­aus, dass die mas­si­ve Ver­pa­ckung bestimmt 23 des Gesamt­ge­wichts aus­macht und alles ande­re leicht ist und gut in der Hand liegt.
  • Für mich jetzt dank gele­se­ner Test­be­rich­te bekannt, aber für ande­re viel­leicht wis­sens­wert: Der Box liegt kein HDMI-Kabel bei! Man muss also selbst eins besor­gen, wenn man keins mehr rum­flie­gen hat.
  • Die Erstein­rich­tung des Geräts via Android-Han­dy lässt sich zwar star­ten, bleibt dann aber beim Über­tra­gen der Daten ste­cken. Das ist unschön, eine Ein­rich­tung direkt am Gerät ist aber auch kein Bein­bruch und ist schnell erle­digt. Dabei wird dann auch direkt das Update auf die neu­es­te Ver­si­on gela­den. Viel­leicht war es auch die noch alte Soft­ware-Ver­si­on, die das Ein­rich­ten verhinderte.
  • Ist erst mal alles ein­ge­rich­tet, macht es sofort Spaß, sich durch das Sys­tem zu bewe­gen. Die Bedie­nung via mini­ma­lis­ti­scher Fern­be­die­nung ist sehr intui­tiv und bie­tet fast alles, was ich will. Es fehlt nur eins: Ein desi­gnier­ter Play­/­Pau­se-But­ton. Es wäre schon schön, wenn man damit ein­fach schnell ein Video o.ä. stop­pen könn­te, wenn man z.B. einen Anruf bekommt. Statt­des­sen muss man sich drauf ver­las­sen, dass die Ent­wick­ler der Apps die Funk­ti­on mög­lichst ein­heit­lich umge­setzt haben. Immer­hin hat aber das Game­pad eine ent­spre­chen­de Pau­se-Tas­te. Den hat man beim rei­nen Video­kon­sum aber nicht unbe­dingt immer zur Hand.
  • Mit Net­flix, Ama­zon Prime Video, Spo­ti­fy und Kodi als Medi­en­cen­ter für all Things off­line habe ich nun alles ange­nehm erreich­bar und mit wirk­lich toll funk­tio­nie­ren­der Sprach­ein­ga­be, die auch locker Seri­en­ti­tel etc erkennt, bedien­bar. Ich kann aber auch wei­ter­hin wie gewohnt ein­fach Medi­en per App am Han­dy auf die Kis­te strea­men wie schon an mei­nen Chro­me­cast. Viel kom­for­ta­bler geht es kaum.
  • Ers­te Ver­su­che mit dem Game­pad sind auch schon mal recht zufrie­den­stel­lend. Ich habe mir als ers­ten Titel Whis­pe­ring Wil­lows gegönnt, weil mich das Spiel eh schon inter­es­siert hat­te und es gera­de für 10 Cent zu haben ist. Die Steue­rung geht mit dem Pad an sich ganz gut von der Hand, aller­dings reagiert die Figur in astra­ler Form mit dem Ana­log­stick etwas schwam­mig, was vor allem in den bis­her sel­te­nen zeit­kri­ti­schen Sze­nen ner­vig ist. Ob es nun am Con­trol­ler, mei­nen als lang­jäh­ri­ger PC-Gamer ein­ge­ros­te­ten Game­pad-Skills oder am Spiel selbst liegt, muss ich noch verifizieren.
  • Die Android-TV-Fas­sung des Play-Stores ist noch stark ver­bes­se­rungs­wür­dig. Zum Einen feh­len Bewer­tun­gen der Apps und Spie­le noch völ­lig und zum Ande­ren ist nicht wirk­lich zu erken­nen, ob ein Spiel sich gut mit Game­pad steu­ern lässt oder am TV man­gels Touch eher unprak­tisch ist. Die Kat­ze im Sack zu kau­fen ist ja auch nicht das Wahre…
  • Wenn man sei­nen TV nur noch für’s Strea­men nut­zen will, muss man – moder­ne Glot­ze vor­aus­ge­setzt – nur noch zur Shield-Remo­te grei­fen. Mit dem Ding kann man mit Druck auf den gro­ßen But­ton den Fern­se­her kom­for­ta­bel ein­schal­ten und direkt zum pas­sen­den HDMI-Kanal sprin­gen, per ein­stell­ba­rem Bild­schirm­scho­ner- und Schlaf-Modus bringt sich das Gerät nach gewis­ser Zeit, in der es nicht genutzt wird, selbst in den Stand By und nimmt den Fern­se­her gleich mit. Man kann im Menü aber auch direkt den Stand By auslösen.
  • Fea­tures, die aus mir uner­find­li­chen Grün­den bis­her nicht so wirk­lich zu fin­den sind: ein brauch­ba­rer Web-Brow­ser (ok, wür­de man viel­leicht eh nicht oft nut­zen) und die Mög­lich­keit, das Hin­ter­grund­bild des Menüs zu ändern, wenn es nicht grad von einer App in Beschlag genom­men ist. Das sind aber bei­des eher unwich­ti­ge Details.

Viel mehr habe ich nun noch nicht getes­tet und da ist noch eini­ges drin. Game-Strea­ming vom PC kann ich even­tu­ell erst in Angriff neh­men, wenn ich in mei­ner Kis­te die betag­te AMD-Gra­fik­kar­te doch mal durch eine von NVIDIA erset­ze oder even­tu­ell sogar die Lap­top-Kar­te im Note­book mei­ner Frau das gan­ze zulässt. Mal sehen. Der Goog­le Assi­stant lässt ja auch noch auf sich war­ten. Bis dahin kann ich mich aber noch inten­si­ver mit Kodi beschäf­ti­gen und ein paar mehr Games aus­pro­bie­ren etc. Ich den­ke, da wird auch noch so der eine oder ande­re wei­te­re Bei­trag zum Gerät drin sein. Viel­leicht habt ihr ja auch Ideen, was ich noch aus­pro­bie­ren soll­te oder habt gene­rell Fra­gen zum Gerät. Schreibt ein­fach einen Kommentar!

geschrieben von Alex
Netzbürger mit mindestens einem Ohr in der Musik, einem Auge im Film und einer Hand an der Maus. Familie, Arbeit und Bloggen herumjonglierend und Spaß dabei!