Eine Band, deren Musik sofort das Kopf­ki­no rat­tern und Sound­land­schaf­ten ent­ste­hen lässt, gleich­zei­tig aber kaum in Wor­te zu fas­sen ist, hat bei mir ja per se schon mal einen Stein im Brett. Die nach dem Roman von Sel­ma Lager­löf benann­te Band bestehend aus den Stock­hol­mern Alex­an­der Skepp (Drums), Einar Bal­durs­son (Gitar­re), David Lund­berg (Fen­der Rho­des, Synth und Mel­lo­tron) und Gabri­el Her­mans­son (Bass) spielt den per­fek­ten Sound­track für einen Jim Jar­musch-Strei­fen, der stil­echt in Schwe­dens Fjör­den eine Sto­ry um dra­ma­ti­sche Mor­de und Fabel­we­sen spinnt. Dabei klin­gen die Jungs modern und ange­nehm retro zugleich. Aber macht euch unbe­dingt selbst ein Bild!

Da sehe ich doch durch Zufall, dass die Bel­gi­er ein neu­es Video am Start haben und muss fest­stel­len, dass ich bei den Jungs abso­lut nicht mehr auf dem Lau­fen­den bin. Nach ihrem 2014er Album »Pati­ne« hab ich die Band etwas aus den Augen ver­lo­ren. Sie waren aber alles ande­re als untä­tig und gera­de die letz­ten Wochen tat sich so eini­ges. Zu erst ein­mal wäre da »Pious Pla­ti­tu­des«, sei­nes Zei­chens ers­ter Teaser zum für den 06.10. ange­kün­dig­ten zwei­ten Album »Sugar High« und span­nen­de Wei­ter­ent­wick­lung der Band. Der Song ist nicht nur durch das ver­stö­ren­de Video ange­nehm cree­py und schön selt­sam. Dann wäre da noch die ges­tern als Über­ra­schung und Zwi­schen­mahl­zeit ver­öf­fent­lich­te, ziem­lich expe­ri­men­tel­le EP »Holi­days«, die ihrer­seits mit »Hurt« einen mit Video ver­se­he­nen tol­len Song spen­diert bekom­men hat. Die­sen fin­det ihr nach dem Klick. Vor­her sei aber auch noch kurz drauf hin­ge­wie­sen, dass die Band mitt­ler­wei­le mit Album, EP und allem drum und dran bei Spo­ti­fy ange­kom­men ist!

Nur mit Gitar­re und Schlag­zeug bewaff­ne­te Zwei­mann-Kapel­len sind spä­tes­tens seit den White Stri­pes wie Sand an Meer zu fin­den. Um aus der Mas­se her­aus­zu­ste­chen muss man schon ein Händ­chen für aus­ge­wach­se­ne Riffs und Ohr­wür­mer haben. Mit bis­her nur vier Songs auf Spo­ti­fy bewei­sen die Brigh­to­ner Peter Chap­man (Gitarre/Gesang) und Har­ry Sot­nick (Drums) ein­drucks­voll, dass sie mit die­sem Händ­chen auf­war­ten kön­nen. Ihr Blues und Gara­ge infi­zier­ter Rock kann von der ers­ten Sekun­de an mit­rei­ßen und ist in zwei Songs schon abwechs­lungs­rei­cher als ande­re auf Alb­um­län­ge!

Ich muss ja sagen, dass mich Muse seit dem stel­len­wei­se lang­wei­li­gen und ermü­den­den »The Resis­tan­ce« trotz ein paar abso­lut groß­ar­ti­ger Songs doch eher kalt gelas­sen haben und ich mich mit den Nach­fol­ge-Alben viel­leicht unbe­rech­tigt nur noch halb­her­zig beschäf­tigt habe. Wenn dann aber ein Song wie »Dig Down« um die Ecke kommt und auch noch ein ähn­lich abge­fah­re­nes Video mit­bringt, weiß ich wie­der, was ich eigent­lich an Muse so lie­be. Ihr Hang zur sti­lis­ti­schen Über­trei­bung gepaart mit der 80s-Trash-Ästhe­tik und dem für die Band ziem­lich neu­en Gos­pel-Anstrich ist schon ein Ohr­wurm-Garant. Fast etwas scha­de, dass die Band schon mit­ge­teilt hat, dass es sich nicht um den Vor­bo­ten eines neu­en Albums han­delt. Aber ich habe ja auch noch zwei Wer­ke der Jungs, denen ich doch noch etwas mehr Auf­merk­sam­keit schen­ken soll­te.

Wäh­rend mei­ner Blog­flau­te 2015 war ich nicht mal moti­viert genug, über eine mei­ner tolls­ten Neu­ent­de­ckun­gen zu blog­gen. Die Ver­öf­fent­li­chung der ers­ten Sin­gle »The Under­si­de Of Power« aus dem gleich­na­mi­gen zwei­ten Album der Jungs, das am 23.06.17 erschei­nen wird, ist aber mal ein schö­ner Auf­hän­ger, das nach­zu­ho­len. Die Band aus Atlan­ta spielt einen ziem­lich ein­zig­ar­ti­gen Sound aus Post-Punk und Gos­pel mit diver­sen Ver­satz­stü­cken ande­rer Gen­res, der alles ande­re ist, als pures Gim­mick! Dys­to­pisch, expe­ri­men­tell, mit­rei­ßend und span­nend – hört nach dem Klick selbst!
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