Es ist ja immer wie­der erstaun­lich, was sich aus der alles ande­re als sel­te­nen 2-Mann-Kom­bi aus Gitar­re und Schlag­zeug noch so span­nen­des raus­ho­len lässt. Ursus Fac­to­ry fal­len in die­se Kate­go­rie und haben sich schnell einen ganz eige­nen Stil erspielt, der sich schwer beschrei­ben lässt. Die skur­ri­len Vide­os der Jungs und die Tat­sa­che, dass man zu den Fin­nen so gut wie gar nichts im Netz fin­det, das nicht auf fin­nisch ist, machen die Sache auch nicht ein­fa­cher. Aber am Ende kommt es ja auch auf die Musik an und die lohnt sich. Gera­de 2017 ver­öf­fent­lich­ten sie ihr Debut-Album und ich bin mir sicher, dass sie zumin­dest in Song­form Ein­zug in mei­ne Bes­ten­lis­te des Jah­res gefun­den hät­ten. Aber wie so oft ent­deckt man vie­le Per­len ja erst spä­ter…

Nach dem all­ge­mei­ne­ren Jah­res­rück­blick soll es (trotz gehö­ri­ger Ver­spä­tung) natür­lich auch wie­der einen Rück­blick zum Haupt­the­ma die­ses Blogs geben: Musik! 2017 war für mei­nen Geschmack wie­der ein wirk­lich tol­les Musik­jahr. Ich habe viel gehört und vor allem nicht nur dank Spotify’s Vor­schlä­gen so eini­ge neue Bands ken­nen­ge­lernt, die ent­we­der gera­de erst ihr Debut ver­öf­fent­lich­ten oder bei mir bis­her nicht ange­kom­men waren. Immer­hin zwölf der 30 bes­ten Alben des Jah­res, zu denen wir gleich kom­men wer­den, stam­men von die­sen Neu­ent­de­ckun­gen. Aber auch eini­ge mei­ner lang­jäh­ri­gen Favo­ri­ten haben wie­der tol­le Alben vor­ge­legt. Die Flop-Quo­te war über­ra­schend gering. Nen­nens­wert sind da höchs­tens Alt-J und Feist, die mit ihren Alben jeweils zwar ein paar abso­lut groß­ar­ti­ge Songs, aber lei­der auch viel Gedu­del ablie­fer­ten. Natür­lich habe ich sicher­lich auch wie­der vie­le tol­le Alben über­se­hen und wer­de mich spä­ter wie­der ärgern. Aber wer kennt das nicht?

David Tip­per schafft es auch mit jedem Release, wie­der neu zu über­ra­schen, bleibt aber den­noch wie­der­erkenn­bar. Auf der neu­en EP »Lat­ti­ce« prä­sen­tiert er sei­ne Ver­si­on des ja selbst schon kaum beschreib­ba­ren Stils von Amon Tobin. Die gan­ze, ges­tern erschie­ne­ne EP fin­det ihr übri­gens auf Band­camp. Bei Spo­ti­fy ist sie aktu­ell noch nicht zu fin­den.
Man soll­te den­ken, dass man irgend­wann doch aus­rei­chend Erfah­rung dar­in gesam­melt hat Bands zu beschrei­ben, die sich hart­nä­ckig simp­len Beschrei­bun­gen ent­zie­hen. Es gibt aber immer wie­der eine Band, die einen erneut nach Aus­re­den suchen lässt, war­um man denn nun nichts defi­ni­ti­ves zu ihrem Stil sagen kann. Ver­su­chen wir es mal damit: Man stel­le sich vor, die Jungs von Dream Thea­ter trä­fen sich mit Queens Of The Stone Age, um mal ordent­lich eine durch­zu­rau­chen. Auf hal­ber Stre­cke bleibt dann nur noch Gitar­re, Bass, Schlag­zeug und ein sicht­lich auf­ge­la­de­ner Sän­ger übrig, die ihrer Krea­ti­vi­tät frei­en Lauf las­sen. Das wird den New Yor­kern von Moon Tooth zwar auch nur leid­lich gerecht, muss aber erst mal rei­chen, denn wie immer hilft doch nur, sich selbst ein akus­ti­sches Bild zu machen!
Einer der Grün­de, war­um ich Spo­ti­fy den vie­len ande­ren Strea­ming-Diens­ten vor­zie­he, sind die oft­mals tol­len Emp­feh­lun­gen basie­rend auf mei­nem Geschmack. Anders hät­te ich Hara­mia Tapes ver­mut­lich nie ent­deckt, bei sei­ner bis­her nied­ri­gen drei­stel­li­gen Hörer­zahl. Die Musik des unga­ri­schen Pro­du­zen­ten Lau­ri­ne Frost unter sei­nem neu­en Alter Ego hat es mir sofort ange­tan. Der für eher mini­ma­lis­ti­schen Tech­no bekann­te Frost hat sich hier den eher kom­ple­xe­ren Drums ver­schrie­ben, die er aber wie­der­um mini­ma­lis­tisch mit Sound­s­capes zwi­schen Jazz, Funk und Films­core spie­len lässt. Das ist wun­der­ba­re Kopf­hör­er­mu­sik, die unbe­dingt in mehr Ohren gelan­gen muss. Drum hört euch unbe­dingt die Songs nach dem Klick an!
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