Es ist ja immer wie­der erstaun­lich, was sich aus der alles ande­re als sel­te­nen 2-Mann-Kom­bi aus Gitar­re und Schlag­zeug noch so span­nen­des raus­ho­len lässt. Ursus Fac­to­ry fal­len in die­se Kate­go­rie und haben sich schnell einen ganz eige­nen Stil erspielt, der sich schwer beschrei­ben lässt. Die skur­ri­len Vide­os der Jungs und die Tat­sa­che, dass man zu den Fin­nen so gut wie gar nichts im Netz fin­det, das nicht auf fin­nisch ist, machen die Sache auch nicht ein­fa­cher. Aber am Ende kommt es ja auch auf die Musik an und die lohnt sich. Gera­de 2017 ver­öf­fent­lich­ten sie ihr Debut-Album und ich bin mir sicher, dass sie zumin­dest in Song­form Ein­zug in mei­ne Bes­ten­lis­te des Jah­res gefun­den hät­ten. Aber wie so oft ent­deckt man vie­le Per­len ja erst spä­ter…
Fink – ›Cold Feet‹

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Wenn Fink ein neu­es Album in Pet­to hat, ist das nach einer klei­nen Flau­te spä­tes­tens seit dem 2014er »Hard Belie­ver« wie­der abso­lu­ter Grund zu gespann­ter Freu­de. Sein neu­es­tes Werk hat sich dem Blues ver­schrie­ben und wenn man sich die Teaser dazu anhört, weiß man, dass der Gute sich nicht auf dem klas­si­schen Gen­re aus­ruht, son­dern sei­ne ganz eige­ne, sphä­ri­sche Inter­pre­ta­ti­on zum Bes­ten gibt. Beson­ders das in Rich­tung Ambi­ent gehen­de »Cold Feet« hat es mir ange­tan, die wei­te­ren bis­her bekann­ten Songs »Boney­ard« und »Keep Mys­elf Alo­ne Now« sind aber auch abso­lut hörens­wert. Neun Tage müs­sen wir uns auch nur noch gedul­den, bis am 10.03.2017 das vol­le ALbum »Fink’s Sunday Night Blues Club, Vol. 1« erscheint. Net­ter­wei­se deu­tet der Titel auch schon auf eine Fort­set­zung hin. Ich bin gespannt!

vorgestellt: The Picturebooks

Man stel­le sich fol­gen­des Sze­na­rio vor: Zwei jun­ge Men­schen lang­wei­len sich in einer ereig­nis­lo­sen Klein­stadt und ver­wan­deln eine Gara­ge auf dem Land in ihr Refu­gi­um, in dem sie an Motor­rä­dern schrau­ben, ska­ten und vor allem stark blues-infi­zier­ten Gara­ge Rock spie­len und auf­neh­men. Hört man sich die Musik dazu an, wür­de man die Pic­turebooks spon­tan in die Süd­staa­ten der USA ver­or­ten. Hört man aber die Namen Fynn Claus Grab­ke und Phil­ipp Mirt­schink der bei­den Band­mit­glie­der dazu, will das nicht so ganz zusam­men pas­sen. Die Jungs stam­men näm­lich aus Güters­loh, was sie aber nicht davon abhält, den ame­ri­ka­ni­schen Way of Life zu zele­brie­ren. Ihr Sound ist ener­gie­ge­la­den son­der glei­chen und reißt sofort jeden mit, der sie hört. Nach dem Klick könnt ihr euch wie gewohnt davon über­zeu­gen. Checkt aber auch ihr Spo­ti­fy-Pro­fil aus, denn da gibt’s den noch nicht ander­wei­tig ver­link­ba­ren neu­en Song »Zero Fucks Given« auf die Ohren!

vorgestellt: John J. Presley

Wenn man die Musik eines Künst­lers nur mit Misch-Gen­res beschrei­ben kann, die es eigent­lich gar nicht gibt, hat er in mei­nen Augen defi­ni­tiv etwas rich­tig gemacht und mein Inter­es­se ist geweckt. Den Lon­do­ner John J. Pres­ley wür­de ich z.B. als Stoner-Blues kate­go­ri­sie­ren, und selbst das trifft auch noch nicht voll ins schwar­ze. Dabei bricht er sei­ne Musik bis auf die Kno­chen her­un­ter, nur um dann fuz­zend drauf her­um zu schra­ben. Und in die­sem brum­men­den Mini­ma­lis­mus ist dann sogar noch ein Quent­chen sei­nes ver­wand­schaft­lich unzu­sam­men­hän­gen­den Namens­vet­ter Elvis zu fin­den. Ein Debut-Album ist wohl in Arbeit, wann aber damit zu rech­nen ist, konn­te ich nicht her­aus­fin­den. Sei­ne bis­he­ri­gen Songs sind aber schon mehr als ein guter Appe­ti­zer!

vorgestellt: The Whippoorwills

Das kommt auch nicht oft vor. Da ent­de­cke ich über mitt­ler­wei­le nicht mehr ganz nach­voll­zieh­ba­re Umstän­de eine Band, fin­de spä­ter bei Spo­ti­fy ihr Debut-Album und den­ke mir, die star­ten bestimmt gera­de durch. Bei Last.fm ange­kom­men muss ich aber stau­nen. Gera­de mal 56 Hörer zählt das Trio aus Nash­ville. Das kann natür­lich nicht so blei­ben! Wer mit den Früh­wer­ken der White Stri­pes etwas anfan­gen kann, soll­te sich auch bei den nach der Vogel­gat­tung Zie­gen­mel­ker benann­ten Whip­po­or­wills wun­der­bar zuhau­se füh­len. Ihr Debut-Album strotzt nur so vor rohem, noch unver­fälsch­tem Nash­ville-Charme. Dass bei 18 Songs dann auch ein paar eher mit­tel­mä­ßi­ge dabei sind, ist zu ver­schmer­zen. Hier wächst etwas gro­ßes her­an, da bin ich mir ziem­lich sicher!